Komfort-MUPID (C2A2)

Kurzbeschreibung
Der MUPID ist ein Bildschirmtext-Terminal aus Graz, das mehr kann als ein reines Abrufgerät. Bildschirmtext (BTX) nutzt Telefonleitung und Fernseher, um Seiten mit Text und Bildern aus einem Rechnernetz abzurufen. Der Grazer Informatikprofessor Hermann Maurer empfiehlt dem österreichischen Wissenschaftsministerium die Einführung von BTX, verlangt dafür aber statt eines einfachen Decoders ein programmierbares, „intelligentes“ Gerät. Im Juni 1982 wird der MUPID 1 in Wien vorgestellt; gebaut werden die Geräte in der Steiermark.
Der Komfort-MUPID ist ein kleiner Computer mit voller Tastatur, besserer Grafik und eingebautem BASIC und Texteditor. Ein Z80A-Prozessor arbeitet mit 128 KB RAM, dazu kommen ein Modem mit 1200/75 Baud, ein Kassettenanschluss, eine Druckerschnittstelle und ein optionales Diskettenlaufwerk. Daten speichert der Rechner meist in den BTX-Zentralen im Netz, was im Arbeitsspeicher steht, ist beim Ausschalten verloren. Die Post vermietet die Geräte an die Kunden. In Deutschland sind die Modelle C2D und C2D2 erhältlich, in Österreich der C2A2.
Insgesamt entstehen etwa 50.000 MUPIDs. Über 800 österreichische Notare nutzen ihn bis in die späten 1990er-Jahre, weil sich das Grundbuch nur so elektronisch abrufen lässt. Hermann Maurer sieht im BTX-System viele Ideen des World Wide Web vorweggenommen, von E-Mail über Online-Spiele bis zu Foren.
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